Am Stadt-Geburtstag: Ehrenamtliche Heimatarbeit gewürdigt

Die Feierstunde fand auf "historischem Grund" statt: Eingeladen hatte die Arbeitsgemeinschaft Freudenberger Heimatvereine in die evangelische Kirche in Freudenberg, der Nummer 1 der Denkmalliste der Stadt. Den Jahrestag der Verleihung der "Flecken- und Freiheitsrechte" an Freudenberg, die am 7. November 1456, also vor 557 Jahren, neu verbrieft worden waren, nutzte sie erneut, um engagierte Mitbürgerinnen und Mitbürger auszuzeichnen, die sich besondere Verdienste in der Heimatarbeit erworben haben.

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Die Ehrennadel wurde 2013 verliehen an

Gerhard Christen aus Niederheuslingen, Henner Fischbach aus Bottenberg, Regina Gerbershagen aus Hohenhain, Gerd Hellbach aus Bühl, Armin Hoffmann aus Niederndorf, Gottfried Irle aus Büschergrund, Eberhard Klaes aus Freudenberg, Ulrike Müller aus Hohenhain, Wolfgang Pursch aus Lindenberg, Ilse Schäfer aus Lindenberg, Hans-Günter Siebel aus Freudenberg, Bernd Uebach aus Niederndorf, Rolf Waffenschmidt aus Büschergrund, Charlotte Wentz aus Mausbach und Hanna Zimmermann, die früher in Oberfischbach wohnte und jetzt in Westhofen lebt. 

Für die Festrede hatte die ARGE Pastor Thomas Ijewski gewinnen können, der sich schon seit längerem mit Tillmann Siebel beschäftigt, der als der Vater der Siegerländer Erweckungsbewegung gilt. Da Tillmann Siebel und "seine Idee vom Leben" auch bei der Ausstellung zum 200-jährigen Westfalen-Jubiläum 2015 im Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund eine Rolle spielen soll, war dieses regionalgeschichtliche Thema gewünscht worden. Ijewski schilderte den Lebensweg Tillmann Siebels, der am 28. Juli 1804 in Freudenberg geboren wurde, später beruflich als Rotgerber tätig war und als Nicht-Theologe mit den führenden deutschen Theologen seiner Zeit in Kontakt stand. Während in Ostwestfalen die Erweckungsbewegung gegen die Kirche erfolgte, habe sie hier nie seperatistische Tendenzen gehabt. Im Gegenteil: Tillmann Siebel gehörte rund zwei Jahrzehnte selbst dem Presbyterium an, zeitweise der Kreissynode.

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Für die Zuhörer ergaben sich durch die fesselnde Darstellung eine ganze Reihe neuer Aspekte Freudenberger Geschichte, die anschließend auch noch eifrig erörtert wurden.

In seinem Grußwort dankte Bürgermeister Eckhard Günther den Heimatvereinen insgesamt für ihre Arbeit:"Die Situation ist nicht einfacher geworden, sie hat sich eher noch zugespitzt. Vieles würde brach liegen, wenn sich nicht vereinsseitig darum gekümmert würde." Sehr herzlich gratulierte er den neuen Trägerinnen und Trägern der Ehrennadeln.

 

 

 

Großes Lob zollten alle Besucher den Akteuren der Musikschule Freudenberg, die dem Ganzen einen musikalisch-festlichen Rahmen gaben. Marc Klinkert, Christian Krämer und Helmut Meyer waren mit ihren Schülerinnen und Schülern Philipp Schönecker, Fynn Braune, Annika Friedrich und Debora Schmidt gekommen.

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Dank und Glückwünsche vom Bürgermeister: Eckhard Günther bei der Feierstunde in der Evangelischen Kirche im Alten Flecken.

Für den kleinen Imbiss am Schluss der Feierstunde hatte wieder der Heimatverein Büschergrund gesorgt, unterstützt vom Heimatverein Hohenhain, der Wurtswaren von seinem letzten Schlachtfest beigesteuert hatte.

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Mit viel Beifall wurde der Vortrag von Thomas Ijewski gedacht. Die packende Art seiner Darstellung sorgte für weiteres Interesse an dieser Facette Freudenberger Geschichte.