Bottenberg überzeugte - und der Heimatverein erntete viel Lob

Am Schluss waren sich die Gäste einig: Mehr Aktivitäten für einen Verein dieser Größe sind kaum möglich. Rund 40 Heimatfreunde aus dem ganzen Stadtgebiet waren ins „Jubiläumsdorf Bottenberg“ zur Ortsbegehung gekommen – und des Lobes voll. Jedes Jahr lädt die Arbeitsgemeinschaft Freudenberger Heimatvereine zu einem Rundgang durch einen der 17 Stadtteile ein, um gemeinsam die Entwicklung des Ortes zu betrachten und über die Arbeit des jeweiligen Heimatvereins zu sprechen.

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„Dieser Erfahrungsaustausch ist sehr wertvoll und viele Anregungen werden mitgenommen“,  erläuterte ARGE-Vorsitzender Bernd Brandemann in seiner Begrüßung. Er dankte dem Vorsitzenden des Heimatvereins Heuslingen-Bottenberg, Werner Schreiber, sowie Ortsvorsteher Michael Ohrndorf für die Gastfreundschaft.

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Im „alten Drechschobbe“ auf der Bottenberger Höhe informierte Karl-Friedrich Loos zunächst über den Verein: Er zählt heute 211 Mitglieder mit einem Durchschnittsalter unter 40 Jahren. Begonnen hatte alles 1975 mit 13 Gründungsmitgliedern und einem Jahresbeitrag von 50 Pfennigen. Der Heimatverein zeigt sich zuständig für Ober- und Niederheuslingen sowie Bottenberg. Ein eigenes neues Backhaus („Grönner Backes“) gehört ihm, im Wechsel ist er Ausrichter für Altenfeier und Weihnachtsmarkt, kümmert sich um die Friedhöfe und pflegt manche Tradition wie Osterfeuer, Maibaum-Aufstellen, Backtage und „erfindet“ neue Aktivitäten wie das „Dreschschobbe-Fest“. Mit vielen Ideen wird gegenwärtig das große Orts-Jubiläum im August vorbereitet. Bottenberg ist seit 625 Jahren urkundlich erwähnt: Am 28. März 1389 verkaufte eine Familie Achenbach den „Hof Boppinbergh“ an die Herren von Wildenburg. Festzelt und Festmeile erwarten auf der Bottenberger Höhe vom 22. Bis 24. August viele Gäste, um Geschichte und Geschichten in der Erinnerung wach zu halten.

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Weil es in und um den Ort soviel zu sehen und zu erläutern gab, dauerte die Führung deutlich länger als gedacht. Zunächst führte der Weg zu dem den Heuslingsgrund versorgenden Wasserhochbehälter (Bottenberg selbst bezieht sein Wasser allerdings vom noch höher gelegenen Hohenhain) und dem neuen Gewerbegebiet Wilhelmshöhe-West. Hier zeigte Werner Schreiber die letzten noch verbliebenen archäologischen Spuren der alten Eisenstraße.

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Der Bottenberger Rasen-Bolzplatz erfreut seit Generationen die jugendlichen Hobby-Sportler und dient als Familien-Ausflugsort. Bottenberg zählt heute 273 Einwohner, die größte Bevölkerungsgruppe stellen die 15- bis  29-Jährigen: „Wir sind also ein sehr junger Ort“, freut sich Werner Schreiber.

 

 

 

Und eine junge Familie nimmt sich derzeit auch einer historischen Gebäudegruppe im Ortskern an. Der offensichtlich länger leer gestandene Hof soll zum Wohndomizil renoviert werden. Viele Denkmalfreunde zeigten sich von der Erhaltungsstruktur wie der unversehrten historischen Pflasterung  begeistert. „Mit viel Arbeit kann hier ein einzigartiges Kleinod entstehen“.  Überhaupt: Auch die zahlreichen Neubauten belegen, dass Bottenberg ein gesuchter ruhiger Wohnstandort ist.

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Bereits die Feiern zum 600-jährigen Jubiläum 1989 hatten sich auch als finanzieller Erfolg erwiesen. Aus dem Überschuss wurde in Eigenleistung die Bottenberger Friedhofshalle erstellt. Der Friedhof präsentierte sich als sehr würdige Anlage: „Was wir für die Pflege an Mitteln von der Stadt bekommen, spenden wir für die Jugendarbeit im Ort“, erzählt Schreiber. „Ziel ist, alle Generationen zu berücksichtigen und einzubinden“.

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Und dafür ist „Kommunikation“ unerlässlich. Karl-Friedrich Loos nannte in dem Zusammenhang die eigene Vereins-Homepage, bei der die Fotoseiten nach Veranstaltungen wie der örtliche Terminkalender die am meisten aufgerufenen Seiten sind. „Wir mussten auch dieses lernen, haben uns dafür mit dem Heimatverein Zeppenfeld ausgetauscht und pflegen seit dem dorthin eine echte Partnerschaft“.

„Das Miteinander in den Orten, aber auch ‚über den Tellerrand hinaus’, erweist sich als Erfolgsrezept“, zogen die Gast-Heimatfreunde ihre Bilanz. Bottenberg sei in der Tat ein „Kleinod im Freudenberger Land“, wie es in einem Gedicht heißt. Und der Heimatverein erweist sich auch als humorvoller Botschafter Freudenbergs in der Region: So erzielten ebenso beim Brotmarkt in Bad Berleburg die Aktiven des „Grönner Backes“ mit ihren „Waschweibern“ viel Aufmerksamkeit und Interesse.

„Glückwunsch zu dieser vielfältigen, erfolgreichen und sehr lebendigen Vereinsarbeit, von der Bottenberg als lebenswerter Ort in hohem Maße profitiert“, gratulierte ARGE-Vorsitzender Bernd Brandemann abschließend.