Denkmaltag: Viele Besucher am "Dicken Schlag" in Hohenhain

Eine große Gästeschar, zum  Teil aus Meinerzhagen und Iserlohn,  hatte sich am "Tag des offenen Denkmals" in Hohenhain eingefunden, um mehr über die alte militärische Grenzsicherung an der alten Brüderstraße zu erfahren."Es war einst die größte und stärkste Schanzanlage des Siegerlandes", erläuterte Ortsvorsteher und Ortsheimatpfleger Heinz Fischbach. HeinzFischbach Denkmaltag Die sehr bedeutsame mittelalterliche Handelsstraße von Siegen nach Köln wurde hier kontrolliert - und das Siegerland vor feindlichen Überfällen geschützt.

Eine Stärkung der Befestigung hing mit der "Soester Fehde" (1444-1449) zusammen, als Soest sich gegen den Kölner Erzbischhof behauptete und dessen böhmisches Söldnerheer im Siegerland die Angst vor Übergriffen auslöste. Nochmals mehr befestigt wurde die Anlage nach 1568, dem Beginn des niederländischen Befreiungskrieges. Der damalige Landesherr, so wusste Heinz Fischbach zu berichten, Johann der Ältere, Graf von Nassau-Dillenburg, unterstützte seinen Bruder Wilhelm von Oranien im Kampf gegen die Spanier. So wurde das Siegerland zum Feind der Weltmacht Spanien.

Denkmaltag Hohenhain

Am Ortseingang des heutigen Dorfes Hohenhain waren so zwei Bollwerke, drei Schanzen und fünf Sperrwälle mit mindestens vier Schlagbäumen entstanden. "Schanzen", so ging Heinz Fischbach auf Nachfragen ein, waren geschützte Geländebereiche, in denen sich Soldaten "verschanzen" konnten. Die "Bollwerke" dienten der Aufstellung von Kanonen. Die Landhecke selbst bestand aus einem Graben, ein mit diesem Erdreich aufgeschütteten Wall und einer undurchdringlichen Hecke.

Für die Stadt Freudenberg hatte Detlef Köppen von der Unteren Denkmalbehörde und dem Archiv die Besucher begrüßt und sie mit Informationsmaterial ausgestattet. Im Gelände konnte Heinz Fischbach die auf Hohenhain zulaufenden Hohlwege zeigen und Erklärungen dazu abgeben. Denkmaltag 04 Bis ungefähr 1380 verlief die alte Brüderstraße vom Anstoß in Büschergrund durch die Gambach. Die Gründung der Burg Freudenberg bewirkte die Verlegung der Route durch den Flecken (Kölner Straße). Hohenhain sei damals ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt gewesen, wusste Heinz Fischbach zu berichten. Denn in Hohenhain kreuzte die Brüderstraße eine andere bedeutende Handelsstraße, den Hileweg, der wegen der Eisentransporte aus dem Freien Grund und dem Saynischen Amt Freusburg ins Märkische und Bergische in seinem Verlauf zwischen Betzdorf und Meinerzhagen auch als Eisenstraße bezeichnet wurde.  Fischbach: "In der alten Schulchronik gibt es Hinweise, dass hier bis zu 100 Fuhrleute in Wirtshäusern genächtigt haben". Ebenso Pilger nutzen die Brüderstraße, um an ihre Pilgerziele in Marburg, Köln, Aachen, Maastrich oder Santiago de Compostela zu gelangen.

Denkmaltag Hohenhain 01

Auch Bernd Brandemann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Freudenberger Heimatvereine, dankte Ortsheimatpfleger Heinz Fischbach für seine sehr informative Führung und für seine Initiative, diesen geschichtsträchtigen Ort im Bewusstsein zu behalten.