Ehrungen - und die Geschichte der Freilichtbühne erzählt

Die Feierstunde der Arbeitsgemeinschaft Freudenberger Heimatvereine mit zwei Schwerpunkten: Die Ehrung verdienter Persönlichkeiten, die sich in vielfältiger Weise für die Heimatpflege engagiert haben und ein besonderes Thema zu beleuchten. In diesem Jahr galt das Interesse dem 60-jährigen Jubiläum der Freudenberger Freilichtbühne.

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ARGE-Vorsitzender Bernd Brandemann begrüßte für die Erzählung "Vom Heimatschauspiel zum Stadttheater im Grünen" Wilfried Kray, den Ehrengeschäftsführer der Südwestfälischen Freilichtbühne. Inzwischen verfasste er zwei Chroniken seines Vereins. In einem kurzweiligen und informativen Vortrag zog er den Spannungsbogen von den Anfängen der Bühne im Steinbruch am Kuhlenberg bis zu den heutigen technisch perfekten Aufführungen. In über 100 Inszenierungen mit mehr als 2.500 Vorstellungen waren bisher fast zwei Millionen Besucher auf der Freudenberger Freilichtbühne zu Gast.

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Zunächst war die Fläche für ein Historienspiel zum 500-jährigen Stadtjubiläum gesucht worden. "Der Freudenberger Kriegskassenraub" sollte 1956 die Festlichkeiten bereichern. Galt 1954 die Zeit noch der Bühenherrichtung, wurde 1955 bereits ein Stück quasi zur Probe vorgeführt: Wandulf der Waldschmied. Nach der Saison 1956 war sich die Spielerschar einig, dass Theater im Freien in Freudenberg eine Zukunft haben sollte. War bislang noch der Verkehrs- und Verschönerungsverein Freudenberg noch für das Bühnengeschehen verantwortlich, gründete sich 1957 der eigentliche Freilichtbühnen-Verein.

Wilfried Kray schilderte die Entwicklung der Inszenierungen, aber auch, welche Anstrengungen hinter den Kulissen notwendig waren, um einen erfolgreichen Spielbetrieb sicherzustellen. Das Spielerheim wurde errichtet, die Zuschauertribühnen überdacht, immer wieder in modernste Technik investiert, zu der inzwischen auch drei Drehbühnen gehören.

Seit 1968 ist ein Kinderstück beständiges Bestandteil des Sommertheaters. Neben dem berühmten "Räuber Hotzenplotz" (1975) gehört "Ronja Räubertochter (1997) zu den größten Zuschauermagneten und haben Freudenberger Theatergeschichte geschrieben. "Wir brauchen immer wieder Menschen mit Lust am Theater, aber auch handwerklichem Geschick", so Kray.

Die Freilichtbühne ist im Übrigen kein "Subventionstheater": 95 Prozent aller Ausgaben müssen durch eigene Einnahmen gedeckt werden. Eine Jahresproduktion verschlinkt etwa um die 350 Tausend Euro an Kosten. Begonnen hatte die Kasse als Gartentisch mit Sonnenschirm, der Eintritt kostete 60 Pfennige. Heute werden die Tickets vielfach schon online gebucht. Die Zeiten haben sich gewandelt, ebenso wie der Zuschauer-Geschmack. In all den Jahren haben die Verantwortlichen der Bühne es verstanden, sich den aktuellen Herausforderungen zu stellen. So waren die Glückwünsche zum Bühnenjubiläum sehr herzlich und der Beifall für die Ausführungen von Wilfried Kray sehr stark.

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Anschließend würdigten die Vorstandsmitglieder Joachim Tujek und Bernd Brandemann die auszuzeichnenden Heimatvereins-Mitglieder, während Mario Topol jeweils die Ehrennadel anheftete.Die Ehrennadel wurde 2014 verliehen an Günter Dickel (Siegen), Joachim Grümbel-Kreutz (Niederndorf), Ulrich Irle (Büschergrund), Rolf Kolb (Bühl), Manfred Kramer (Freudenberg), Burkhard Ludwig (Hohenhain), Gerhard Moisel (Heisberg), Manfred Pursch (Lindenberg), Eberhard Schmidt (Plittershagen) und Hermann Stahl (Bühl).

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Den musikalischen Rahmen für die Veranstaltung lieferte wieder einmal die Musikschule Freudenberg unter ihrem Leiter Marc Klinkert. Lia Schulte und Luisa Dornseifer waren mit ihren Querflöten zu hören, Arne Michaelis überzeugte mit seinem virtuosen Cello-Spiel.

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Bürgermeister Eckhard Günther überbrachte die Grüße von Rat und Verwaltung. Er dankte für die großen Leistungen der Einzelnen, die dafür die Ehrennadel erhalten hatten, wie für die Arbeit der Heimatvereine insgesamt. 

Im Anschluss an die Feierstunde ergab sich die Gelegenheit zum Gedankenaustausch. Für die Verpflegung mit einem kleinen Buffet hatte das Backesteam des Heimat- und Verschönerungsvereins Heuslingen-Bottenberg gesorgt, das dafür großes Lob erfuhr.