Eike O. Hammel als Ortsheimatpfleger von Oberholzklau verabschiedet

Eike O. Hammel und seine Frau werden jetzt dem „Ruf der Familie“ folgen und zu ihrer Tochter nach Norddeutschland ziehen. Nahezu 40 Jahre verbrachten beide in Oberholzklau, kauften das einstige Lehrerhaus und nahmen regen Anteil an dem Gemeinschaftsleben des Ortes.

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Vielen Gästen brachte Eike O. Hammel das historische Oberholzklau bei seinen Führungen nahe. In den vier Jahrzehnten hat er sich mehr und mehr der Geschichtsforschung seiner Wahlheimat verschrieben. Seine Idee und sein Anliegen war es dabei auch, den Holzklauer Schlag von einem unsichtbaren in ein sichtbares Denkmal zu verwandeln. Dem geschäftsführenden Vorstand des Heimatvereines gehörte er an, trug als Autor Verantwortung für die kleine Dorfzeitschrift, verfasste kürzlich eine umfassende Ortschronik und nicht zuletzt die Aufgabe des Ortsheimatpflegers war ihm auf den Leib geschrieben. Seine großen Verdienste dabei würdigte jetzt der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Freudenberger Heimatvereine e.V., der zum Abschiedsbesuch nach Oberholzklau gekommen war.

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„Was Eike Hammel für seinen Ort geleistet hat, ist bewundernswert, außergewöhnlich und absolut vorbildlich, dafür sind wir ihm zu großem Dank verpflichtet“, so Vorsitzender Bernd Brandemann. Er zählte zu den ersten Trägern der Ehrennadel der Freudenberger Heimatvereine, die ihm 2007 verliehen wurde. 

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Für Eike O. Hammel ist es ein Abschied von Oberholzklau allerdings an einem Punkt mit einer Mischung aus Entsetzen und Enttäuschung verbunden: „Dass die Kirchengemeinde das historische Pfarrhaus und das Konfirmandenhaus aufgeben wollen, ist für mich ein Schock. Niemals hätte ich eine solche Geschichtslosigkeit erwartet.“

Das Ensemble rund um die historische Kirche habe eine große Ausstrahlungskraft und sei das Wahrzeichen des Ortes, mit dem sich nicht nur viele Einwohner identifizierten, sondern das auch Symbol einer langen christlichen Tradition im Siegerland sei.

Bei seiner Einschätzung findet er die Unterstützung der Heimatfreunde, so Bernd Brandemann: „Pfarrhaus wie das Fachwerk-Konfirmandenhaus sind zu Recht eingetragene Denkmäler. Ihre Gestalt prägt unverwechselbar die Silhouette von Oberholzklau. Das ‚Signal des Aufgebens’ zieht die Wertschätzung und die Verantwortung für das eigene bauliche kulturelle Erbe in Zweifel.“ 

„Ich kann nur hoffen, dass das Presbyterium seine Entscheidung zurücknimmt und damit der Forderung der vielen Bürger und Kirchenmitglieder nachkommt“, so Hammel.

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Kaum ein Jahr vergehe, in dem sich nicht ein Bild des historischen Ortskerns in Kalendern und Zeitschriften wiederfinde. Das sei immer Werbung für Oberholzklau gewesen, aber auch für die jahrhundertealte Kultur der Begegnung, Zuflucht und Gastfreundschaft in Kirche wie Pfarrhaus. „Ich verstehe es nicht, so etwas einfach beiseite zu schieben“.

Das kleine Oberholzklau war eben nicht mit Reichtümern gesegnet. Diesem Umstand haben wir es zu verdanken, dass das prachtvolle Haus aus dem Jahr 1608 heute noch steht. In der Nachkriegszeit, die unserer Gesellschaft einigen Wohlstand bescherte, war es dann auch möglich, das Haus sach- und fachgerecht zu sanieren und in seinen jetzigen, gut gepflegten Zustand zu versetzen.“ So wird in der Festschrift „925 Jahre Oberholzklau“ im Jahre 2004 der frühere Pfarrer Gotmar Thiemann zitiert. Etwas mehr als ein Jahrzehnt später spricht die Kirchengemeinde vom „Sanierungsstau“.

Das zu den ältesten Pfarrhäusern in Westfalen zählende Gebäude entstand 1608, die Pfarrscheune wurde in den Jahren 1736/37 errichtet, das Pfarrbackhaus erhielt seine Genehmigung im Jahre 1750. „Das Ensemble gilt als bedeutend für die Geschichte des Kirchspiels Oberholzklau,“ heißt es sinngemäß in der Denkmalliste der Stadt Freudenberg.