Freudenbergs Heimatvereine gemeinsam in Mausbach unterwegs

 

Einmal im Jahr treffen sich die Freudenberger Heimatvereine zu einer „Ortsbegehung“ in einem Stadtteil zum Erfahrungsaustausch. Mausbach, das „Dorf in der Landschaft“ präsentierte sich dabei am 8. September 2012 von seiner sonnigsten und schönsten Seite.

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Kurt Klappert, Vorsitzender des dortigen Heimatvereins, erläuterte beim Rundgang die vielfältigen Aktivitäten. Sie reichen von Mäh- und Pflegearbeiten bis zu aktuell ausgewechselten denkmalgerechten Fenstern der alten Dorfschule, die heute als Dorfgemeinschaftshaus genutzt wird. Im vergangenen Jahr war mit Unterstützung des RWE am Bolzplatz eine Ballfangwand und zwei neue Tore errichtet worden. Klappert zeigte ebenso das renovierte Ehrenmal wie die neue Hinweistafel zu der früheren Eisensteingrube „Erichssegen“, die hier bis 1905 betrieben wurde.

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„Wir wollten gerne nach Mausbach kommen, weil hier eine Dorfentwicklungsmaßnahme abgeschlossen wurde“, erläuterte Bernd Brandemann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Freudenberger Heimatvereine, zu Beginn. Dies sei in naher Zukunft einer der wichtigsten Mitwirkungsfelder der Heimatvereine vor Ort, um angesichts der vielfältigen Veränderungen Konzepte für die Stabilisierung und Weiterentwicklung der Orte zu finden. Aber auch zum aktuellen Thema des Heimatbundes Siegerland-Wittgenstein, der Erforschung historischer Wege und Straßen, hat Mausbach einiges zu bieten.

Heinz Fischbach, Wegeexperte und Ortsheimatpfleger von Hohenhain, konnte oberhalb der alten Dreschmaschinen-Scheune Reste des früheren „Mausbacher Schlages“ und des „Hilleweges“ aufzeigen, der dort als Hohlweg ganz markant erkennbar ist. Dieser führt ein stückweit parallel zum neuen Premium-Wanderweg „Wilder Mann“ und trug früher zugleich die Bezeichnungen „Eisenstraße“ wie auch „Bornweg“. „Dies war einst der Pilgerweg nach Heiligenborn, wo bis etwa 1400 eine Marienkapelle stand“, erklärte Fischbach. Danach sei das Gnadenbild in die Römershagener Kirche überführt worden, wohin dann die Wallfahrten führten.

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Theo Leidig, der jüngst weite Teile des über Mausbach führenden Fachwerkwanderweges freigeschnitten hatte, freute sich über die hohe Anzahl von Besuchern, die diese Strecke nutzen.  Von dem Fachwerkelement am Grenzweg ist bei gutem Wetter die Sicht bis zum Siebengebirge gegeben.

„Mausbach ist wie aus dem Ei gepellt“, staunten die Vertreter der anderen Heimatvereine nicht schlecht. Allerdings, so Kurt Klappert und Theo Lück, trübe lediglich die große Böschungsfläche oberhalb des Mausbacher Weihers mit „mannhohen Unkrautstauden“ dieses Bild.  „Vielleicht will die Stadt Freudenberg demnächst hier ja „Kräuterseminare“ durchführen“, verpackten sie schmunzelnd ihre  Kritik.

 

Zum Abschluss trafen sich die Heimatfreunde in der Alten Schule zu einer Stärkung mit „Mausbacher Backesbrot“. Ort  und Verein hätten einen hervorragenden Eindruck hinterlassen, war die einhellige Meinung. Und womöglich können sich die Aktiven bald wieder zu einem Fest in Mausbach treffen: Die erste Hofstelle wurde 1267 benannt, womit Mausbach in fünf Jahren, 2017, seine Ersterwähnung vor 750 feiern könnte. Aber zunächst einmal freuen sich „die Mausbacher“ auf viele Gäste beim 2. Freudenberger Backestag am 30. September, bei dem sie ihren berühmten Erbsen-Eintopf anbieten werden. 

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