Heimatbund Siegerland-Wittgenstein: Hochkarätiges Mundartforum

Platt sprechen, die Mundart der Region zu beherrschen, das schafft Idendität. Aber wie können die regionalen Dialekte erhalten werden?

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Mit einem fundiert vorbereiteten Forum widmete sich der Heimatbund Siegerland-Wittgenstein diesem Thema. Es beleuchtete wissenschaftliche Hintergründe und es konnten ganz praktische Beispiele ausgetauscht werden, wie Mundarten lebendig und vor allem weiter vermittelt werden.

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Die Gäste beeindruckte u. a. Professor Dr. Heinrich Dingeldein von der Universität Marburg mit seinem lebendig vorgetragenen Beitrag "Von der Alltagssprache zum Kuriosum". Er untersuchte darin die Frage, wie sowohl Dialekte wie auch Hoch- und Niederdeutsche Sprache entstanden sind. Und er regete die Diskussion mit seinem Bonmot an "Warum ist die Sprache Ursache dafür, dass Menschen sich nicht verstehen?". Sein Fazit: Ob Dialekte wirklich überleben, sei fraglich. Sprache lebe vom aktiven Sprechen, deshalb komme es auf die Vermittlung an Kinder an. Die müssten die in ihrer eigenen Kommunikation verwenden. Ansonsten: "Sprache stirbt mit dem vorletzten Sprecher". Seine Empfehlung: "Sammeln, verwahren sie die Sprache, nehmen sie sie auf!"

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Landrätin Jutta Capito hatte zu Beginn die Grüße des Kreises Siegen-Wittgenstein überbracht, der die Schirmherrschaft über die Veranstaltung übernommen hatte. Der Vorsitzende des Heimatbundes, Paul Breuer, lobte alle Aktivitäten vor Ort, Mundarten als "Zweitsprache" zu erhalten,  mit der vieles direkter, facettenreicher und tiefgründig ausgedrückt werden könne.

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Für den Westfälischen Heimatbund (WHB) überbrachte Vorstandsmitglied Bernd Brandemann die Grüße und dankte stellvertretend Dirk Niesel, Werner Kreutz und Gertrud Schmidt für ihre fortwährende Arbeit, die Facette "Sprachpflege" in der Heimatarbeit zu so großer Bedeutung zu verhelfen.