Heimatvereine mit Bürgermeister im "Container-Dialog"

 

Es stand zwar erst später auf der Tagesordnung, aber der Bürgermeister griff das Thema direkt in seinem Grußwort auf: Die Irritationen bei den Heimatvereinen über die Stadtverwaltung, die ‚unvermittelt’ die seit Jahren praktizierte Regelung aufgekündigt hatte, die Kosten der Abfuhr-Container für die Aktionen „Saubere Flur“ zu übernehmen.

Dies, so Eckhard Günther, werteten Kämmerer und Kommunalaufsicht als ‚freiwillige Leistung’, die, da die Stadt noch kein abgestimmtes Haushaltssicherungskonzept (HSK) habe, „schlicht und einfach nicht leisten durfte“. Für die Kommunen habe sich eine gesetzliche Verschärfung gegeben, nunmehr käme die persönliche Haftung der Verwaltungsspitze ins Spiel.

Er setzte alles daran, dass im Juni über den Haushalt entschieden werde. Günther schilderte eindringlich die Haushaltslage der Stadt, die für einen Ausgleich des Defizites innerhalb von zehn Jahren sorgen müsse: „Das bedeutet weitere Einsparungen und ohne genehmigtes HSK dürfen keine freiwilligen Mittel fließen“.

Die Vertreter der Heimatvereine verdeutlichten, dass sich ihre Kritik nicht „an das Sparen“ richte, sondern dass es ein falscher Zeitpunkt gewesen sei, erst eine Woche vor dem Sammeltermin abrupt von dieser Haltung der Verwaltung erfahren zu haben: „Diese Art und Weise hat Verbitterung und Enttäuschung ausgelöst“.

„Wenn sich Kürzungen und Umstrukturierungen als unvermeidlich erweisen, sehen wir es als Gebot der Stunde an, gemeinsam zu beraten und nach Alternativen zu suchen“, fasste Bernd Brandemann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Freudenberger Heimatvereine, die Diskussion zusammen und forderte einen konstruktiven Dialog. Dass im konkreten Fall die Alternative gefunden wurde, stellte Joachim Tujek  dar. Die Zusammenarbeit mit der Firma Klichta soll im nächsten Jahr fortgesetzt werden und die ARGE wird die Abstimmung und Koordination mit den Heimatvereinen übernehmen. So lautet der einmütige Beschluss der Mitgliederversammlung.

Bürgermeister Günther nutze die Gelegenheit, den ‚Irritationen’ entgegen zu treten: „Wir brauchen die Heimatvereine und ohne deren Engagement wäre Freudenberg und seine Orte um vieles ärmer. Dafür will ich ausdrücklich allen Beteiligten danken.“

Zu ihrer Jahreshauptversammlung hatten sich die Heimatvereine in der alten Schule in Plittershagen getroffen. Auch Heimatgebietsleiter Dieter Tröps nahm an der Veranstaltung teil.