HEISBERG ERINNERTE AN ERST-ERWÄHNUNG VOR 675 JAHREN

In einer kleinen Feierstunde im Vereinshaus erinnerte der Ort Heisberg an seine mindestens 675-jährige Geschichte. Es war genau an jenem Tag, dem 24. Februar, an dem sich der Abschluss eines Verkaufsvertrages aus dem Jahr 1342 jährte.

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Die Urkunde, ausgefertigt damals vor der Oberfischbacher Kirche, wird auch von einem "Heine von Heisberg" bezeugt. Sie ist damit das bis jetzt älteste bekannte Schriftstück, aus dem die Existenz des Hofes/Ortes Heisberg hervor geht. Der bekannte Siegerländer Geschichtsforscher Gerhard Moisel, selbst in Heisberg zuhause, ließ die Geschichte in einem Vortrag Revue passieren - in 67,5 Minuten.

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Ebenfalls dort benannt: Die Orte Dirlenbach - und eben Oberfischbach, die beide damit die Grundlage für eigene Jubiläen haben und deren Ortsvorsteher Dirk Peiniger und Achim Loos in einem Grußwort gratulierten. Zunächst hatten Ortsvorsteher Wolfgang Berg und Freudenbergs Bürgermeisterin Nicole Reschke das Wort ergriffen. Segenswünsche übermittelte der "43. Pfarrer nach der Reformation" Michael Junk an sein "höchstes Dorf im Kirchspiel".

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Für den Heimatbund Siegerland-Wittgenstein überreichte Bernd Brandemann die Ehrenurkunde. In seinem Beitrag war er auf das "Magdalenenhochwasser" eingegangen, das auf den 22. Juli 1342 datiert wird und bis heute als die schwerste Hochwasserkatastrophe überhaupt gilt. Für die damaligen Bauern dürften die Naturgewalten das Leben deutlich erschwert haben.

Spontan meldete sich der Niederheuslinger Ortsvorsteher Ernst Hoof zu Wort, der an die Bemühungen der Orte des Kirchspiels erinnerte, sich 1966 zu einem neuen Ort "Berghain" zusammen zu schließen: "Es war an einem Freitag Abend in der Silberkaute in Dirlenbach". Die Obrigkeit stimmte damals den Wünschen nicht zu und so gelangte auch die ehemals selbständige Gemeinde Heisberg mit der Kommunalreform 1969 zur neuen Großgemeinde "Stadt Freudenberg".

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Gerhard Moisel erläuterte detailiert die Wegmarken des Ortes, der noch 1708 aus drei Häusern bestand. Als der "herrschaftliche Hof" 1754 verkauft und damit quasi privatisiert wurde, begann die "Geschichte des Dorfes": 1841 war die Häuserzahl auf acht angewachsen, 1907 wurden derer 14 gezählt. Ab 1891 gab es einen eigenen Friedhof, ab 1924 elektrisches Licht und eine eigene Feuerwehr gründete sich 1927. Im Hand- und Spanndienst verlegten die Heisberger 1951 ihre Wasserleitung.

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Heute wohnen 210 Einwohner in Heisberg in 59 Wohnhäusern. Viele Erinnerungen wurden mit dem Mundartbeitrag von Renate Dicke aufgefrischt, die ebenfalls bei den anschließend vorgeführten Fotos viele Hinweise auf frühere Mitbürgerinnen und Mitbürger geben konnte. "Ein gelungener Abend", fanden die vielen Besucher, für die sich eine Menge Gesprächsstoff ergeben hatte.