Ministerpräsidentin eröffnet Ausstellung "200 JAHRE WESTFALEN. JETZT!"

Westfalen, das neue preußische Land, entstand 1815 beim Wiener Kongress, als Europa sich nach Napoleon neu ordnete. Der 200. Geburtstag wird jetzt mit einer Ausstellung in Dortmund, Westfalens größer Stadt, gefeiert. Die Präsentation im Museum für Kunst und Kulturgeschichte, durch Beiträge zahlreicher Heimatvereine ermöglicht, eröffnete jetzt Ministerpräsidentin Kraft.

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Dortmuns OB Sierau fand es durchaus in Ordnung, dass der Westfale gastfreundlich, bodenständig und stur sei. Dies sei gut, wenn man etwas durchsetzen wolle - und in sofern die früheste Form von Nachhaltigkeit.

Das heutige Westfalen, gemeinsam mit Lippe, ist der Zuständigkeitsbereich des Landschaftsverbandes (LWL). Sein Direktor, derzeit Matthias Löb, steht traditionell an der Spitze des Westfälischen Heimatbundes. Er betonte, Westfalen sei 1815 als politisches Konstrukt entstanden - mit vielen Gegensätzen und hoher Eigenständigkeit der Teilregionen, aber es sei nie zu kulturellen Verwerfungen gekommen. Er zitierte Johannes Rau, der einst formulierte: "Der Westfale hält, was die Rheinländer versprechen" - was laute Zustimmung aus dem gut gefüllten Auditorium (Großer Saal des NRW-Orchesterzentrums in Dortmund) hervorrief. Löb dankte den Heimatvereinen, die so viele Exponate zum Schmunzeln, Staunen und Wiederentdecken für dieses "Westfälische Panoptikum" zur Verfügung gestellt hätten.

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"Gerade die Vielfalt macht Westfalen reich", äußerte sich Schirmherrin und Ministerpräsidentin Kraft. Als die Alliierten 1946 Westfalen und das Rheinland verbunden hätten, sei dies ein Beginn "einer wunderbaren Freundschaft und Rivalität" gewesen, schmunzelte die Landesherrin um dann Jürgen Becker zu zitieren "Es ist furchtbar, aber es geht". Westfalen sei ein Meister des Wandels, Weltoffenheit und das Bekenntnis zur Heimat seien kein Gegensatz. 

Aus Siegen-Wittgenstein durfte natürlich bei dieser Präsentation Bernd und Hilla Becher mit ihrer weltbekannten Fachwerkhaus-Darstellung nicht fehlen.

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Die Ausstellung ist bis zum 28. Februar 2016 zu sehen.