Ortsbegehung 2013: Begeisterte Besucher in Bühl

 

Einen großen Zuspruch fand am Samstag Nachmittag die Ortsbegehung der Arbeitsgemeinschaft Freudenberger Heimatvereine. In diesem Jahr war Bühl Ziel der Exkursion. „Es geht um einen Erfahrungsaustausch und uns über die Weiterentwicklung der Heimatarbeit in den Orten und ihre Entwicklung zu informieren“, erläuterte ARGE-Vorsitzender Bernd Brandemann bei der Begrüßung.

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Vor dem Rundgang gab Ramona Stahl vom Heimatverein mit einer Präsentation grundlegende Informationen zu Bühl. Das rund 360-Einwohner zählende Dorf gehört zu den kleineren ländlichen Freudenberger Stadtteilen, sechs Nebenerwerbs-Landwirte sind hier noch tätig. Bühl, so die Analyse Stahls, spüre schon die „demographische Entwicklung“, hat allerdings bislang keine „Leerstandsprobleme“. Vier Vereine engagieren sich im Ort.

 

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Der Bühler Heimatverein selbst besteht seit 1984 und stemmte eine Reihe von „Großprojekten“: Spielplatz, Schutzhütte beim Sportplatz oder der Panoramastein am Ischeroth sind einige Beispiele dafür. Vorsitzender Gerd Hellbach freute sich zuletzt über die Fertigstellung der „Palaverecke“, einer überdachten Sitzgruppe in der Orstmitte. Der Heimatverein fühlt sich aber auch für die Pflege von Friedhof und Ehrenmal verantwortlich.

 

 

Den im Volksmund so genannten „Löwen-Hof“ am Beginn der Begehung stellte Ortsheimatpfleger Rolf Kolb als den ersten Aussiedlerhof des Siegerlandes in den 1940-er Jahren vor.  Bereits 1948 gab es Ansätze, den im Ort sehr beengt liegenden Hof von Friedrich Wilhelm Löw zu verlegen. Im Talbereich „Lange Wiese“ Richtung Wilhelmshöhe konnte eine Ersatzfläche für die Flurbereinigung gefunden, der Neubau realisiert und die bewirtschaftete Fläche fast verdoppelt werden.

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Auf dem Ischeroth erläuterten die Bühler Heimatfreunde ihre tiefe Sorge über den großen Umfang und die erhebliche Geländeverformung, die für die Erweiterung des Gewerbegebietes notwendig würde. „Dieser ‚Höhenrausch’ stößt hier auf kein Verständnis“, so das Urteil.

 Auf die Geschichte des im Jahr 1900 errichteten Dorffriedhofes ging Armin Müller ein. Sein Großvater stiftete einst das Gelände für diesen Zweck. Zu diesem Zeitpunkt seien auch die zwei markanten Lindenbäume gepflanzt worden, die heute unter Schutz stehen und eine Landmarke für Bühl darstellten.

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Wolfgang Nöll begrüßte dann die Heimatfreunde in der „kleinsten Siegerländer, aber größten Bühler Brauerei“. Er erläuterte, wie die „Bühler Perle“ entsteht und welche hygienischen und formalen Bestimmungen dabei zu beachten sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

Von der Kostprobe waren die Wanderer begeistert und begaben sich von hier aus zum Hof Kolb, der für seine Bison-Zucht bekannt ist und auf dem die „Tonki-Freunde Bühl“ zuhause sind. „Tonki“, so erläuterte Hof-Chefin Simone Kolb, „ist die Verniedlichungsform von ‚Tatonka’, dem indianischen Wort für Bisons“. Dieser jüngste Bühler Verein mit seinen „Living History Events“ erweist sich inzwischen immer wieder als Besuchermagnet. Dem auf dem Hof ebenfalls befindlichen „Holzblockhaus in Buffalo Bühl“ wurde vom Deutschen Touristikverband jetzt die Qualifizierung als 4-Sterne-Ferienhaus zugesprochen. „Bühl leistet also auch einen Beitrag zu ‚Urlaub im Siegerland’“, so Simone Kolb.

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In der Schutzhütte am Sportplatz endete der Rundgang. Hier präsentierte Rolf Kolb zahlreiche alte Photographien und Pläne zur Geschichte Bühls. 2004 konnten Bodendenkmalpfleger den Hofplatz des Hofes Dröningen lokalisieren. Seine Ersterwähnung liegt in einer Pachturkunde des Klosters Keppel von 1329. Als weiterer Ursprungshof von Bühl gilt der Hof Engelbrecht. „Bühl bedeutet Hügel oder Berg“, erklärte Kolb. So sei der Ort ab 1461 genannt worden.

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Die anderen Heimatvereine zeigten sich von der Arbeit in Bühl sehr angetan und lobten die professionelle Vorbereitung und Durchführung der Begehung. „Das bestärkt uns darin, auch im nächsten Jahr wieder unterwegs zu sein“, so das Fazit von Bernd Brandemann in seinem Dank an den Bühler HV-Chef Gerd Hellbach.

 

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Der neue Ortsheimatpfleger von Dirlenbach, Roland Jung, begeisterte mit Klavier-Impressionen in Kitty's Salon.

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Den Panoramastein am Ischeroth stellte der Heimatverein 2002 auf. Hier gibts Hinweise auf in der Ferne zu erkennende Blickpunkte, wie z.B. die Ginsburg oder die Höhen des Giebelwaldes.