Vorfreude auf den 4. Freudenberger Backestag am 25. September 2016

 

In Freudenberg wird die alte Siegerländer Backtradition in besonderer Weise gepflegt: Acht Backhausgemeinschaften feuern die Öfen in ihrem Backes an und stellen auf alt hergebrachte Weise Brot und Kuchen her. Alle Freudenberger „Backeser“ sind am Sonntag, den 25. September 2016 wieder geöffnet: Unter dem Motto „BROTLUST in unserer Fachwerkstadt“ laden sie gemeinsam zum 4. Freudenberger Backestag ein.

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Also: Alle, die sich auf ein frisches Brot freuen, die den Duft des gerade Gebackenen mögen und sich für das historische Brotbacken interessieren, werden hier auf ihre Kosten kommen.

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„Wir freuen uns, dass in diesem Jahr wieder alle Backeser dabei sind. Es soll für die ganze Familie ein interessanter Tag werden,“ sagen die Verantwortlichen der Arbeitsgemeinschaft Freudenberger Heimatvereine, die diese Gemeinschafts-veranstaltung organisieren. Die Backeser in Alchen, Dirlenbach, Heisberg, Oberheuslingen, Hohenhain, Mausbach, Niederndorf und Oberholzklau bereiten sich darauf vor, an diesem Sonntag die wunderbaren Ergebnisse des traditionellen Backens zu präsentieren, Treffpunkt für Jung und Alt zu sein. Öffnungszeiten sind am 25. September 2016 von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr.

Jeder Backes wird seine besonderen Spezialitäten anbieten! Der Tag kann dort mit einem herzhaften Frühstück beginnen und als Produkte zum Kaufen und Mitnehmen stehen zur Verfügung:

in Dirlenbach Schanzenbrot, Reibekuchen und Hefezopf; in Oberholzklau Schanzenbrot, Mehrkornbrot, verschiedene Blechkuchen; in Heuslingen verschiedene Brotsorten, u.a. Knützebrot (Brot in Dosen), Bäckel sowie Blechkuchen; in Hohenhain Schwarzbrot; in Alchen "Öalcher Landbroet", Sejerlänner Riewekooche, Weißbrot, Franzenbrötchen, Rosinenstuten und Blechkuchen; in Mausbach Roggen- und Mischbrot; in Niederndorf Schanzenbrot und Bäckel und in Heisberg Reibekuchen und Bäckel.

Und auch für Mittags wird Leckeres angeboten:

in Heisberg Reibeplätzchen; in Niederndorf Steak, Grillwurst, Brat- und Folienkartoffeln; in Mausbach Erbsensuppe und Schnitten; in Alchen Nudeln mit Bolognese-Soße; in Hohenhain Reibeplätzchen mit Lachs, Zwiebelkuchen; in Heuslingen Currywurst und Pommes; in Oberholzklau Siegerländer Haubergspizza und in Dirlenbach ebenso Leckeres vom Grill sowie Zwiebelkuchen.

Nachmittags tut ein guter Kaffee gut, in Niederndorf gibt's dazu Waffeln, Crepes und ein Kuchenbuffet, Waffeln werden ebenso in Heuslingen und Mausbach angeboten.

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Und auch Drumherum wird Einiges geboten: So sind beispielsweise rund um den „Grönner Backes“ alte Arbeitsgeräte zu sehen, ist eine alte Getreide-Mühle im Betrieb und die Jüngsten dürften sich auch auf Überraschungen freuen. In Oberholzklau gehört um 14:00 Uhr ein Rundgang im historischen Ortskern mit Besichtigung der Kirche zum Rahmenprogramm, geleitet von Dr. Andreas Bingener.Hier kann auch beim Backen zugeschaut werden.

Das Stichwort "Live-Backen" gilt auch für Niederndorf, wo es in der Backwerkstatt Tipps zum Brotbacken gibt.

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Alle Angebote sind für jeden Backes in einer Programmbroschüre im Detail aufgeführt. Sie enthält auch Informationen zur Backes-Geschichte in den einzelnen Orten.

Als erneutes Themenheft nimmt es im Textteil in diesem Jahr Bezug auf die Erinnerung an den Freudenberger Stadtbrand vor 350 Jahren. Waren doch auch die Backeser einst vom Landesherrn verordnet, um zur Brandverhütung beizutragen. Denn Brotbacken war nicht nur mit Mühe, sondern auch mit Gefahren verbunden: Erst die durchs Feuer entstandene Hitze ermöglicht den Backvorgang. Dies muss schon Graf Johann VI zu Nassau (22. 11. 1536 – 8. 10. 1606, „der Ältere“) sehr bewusst gewesen sein, als er in seiner „Holz- und Waldverordnung“ vom 18. Januar 1562 im § 21 festlegte: „In jedem Dorff sollen ettliche gemeine Backofen verordnet werden.“ Dem ließ er am 18. August 1586 die konkrete Anweisung folgen „Und zwar an feuerfreyen Orten.“

Schon bei dieser Anordnung spielte „Sicherheit“ eine Rolle, wie die Maßgabe, mit wertvollem Holz sparsam umzugehen. Im Siegerland wurden die Backhäuser also wegen der Brandgefahr stets abseits von den übrigen Gebäuden errichtet, oft an Weggabelungen oder Wasserläufen. Die einzelnen Baugenehmigungen waren zumeist mit konkreten Auflagen für den Brandschutz-Abstand und die Dacheindeckung verbunden.

Des Weiteren schildert die Broschüre die früheren Bestimmungen zur Brandbekämpfung und geht ausführlich auf die Geschichte der Feuerwehren in Freudenberg ein - von ihren Zeiten als Pflichtwehr bis hin zu den Gründungen der Freiwilligen Wehren.

Die Broschüren sind bei den Backesern erhältlich, liegen aber auch bei Sparkasse, VR-Bank oder der Stadtverwaltung aus.